Unternehmen statt Studium

Nach dem Abi kein Studium und direkt ein Unternehmen aufmachen? Wie und warum?

 

Vor gut einem Jahr habe ich mein Abi gemacht und schon währenddessen mein erstes Unternehmen Skills4School gegründet, wo ich seit dem als Geschäftsführer tätig bin und jeden Tag arbeite. Aber warum habe ich das gemacht?
 

Wieso habe ich nicht zuerst ein Studium oder eine Ausbildung angefangen, sondern mich direkt für diesen Weg entschieden? Woher nehme ich überhaupt das know-how dafür und würde ich es wieder genau so machen? Über diese Fragen würde ich gerne in diesem Artikel nachdenken und meine Einstellung dazu erläutern.


In der Schulzeit hatte ich teilweise selbst Probleme beim Lernen und war deshalb motiviert mir das Leben etwas einfacher zu machen und kam auf den simplen Gedanken einer Lernapp. 

Warum nicht einfach und unkompliziert unterwegs lernen und dabei seinen Lernfortschritt einsehen können? Das war etwas, was ich damals hätte gut gebrauchen können. Also setze ich mich hin und begann ein einfaches Konzept für die App zuschreiben. Was muss sie können, wie muss sie aussehen etc.
Woher die Inhalte kamen und wer das programmierte war mir damals noch nicht bewusst. 

Ich fand die Vorstellung von solch einem Produkt einfach genial und wollte es umsetzen.
 

Ich nahm an mehreren Wettbewerben teil, erzähle Mitschülern, erfolgreichen Unternehmern und der Presse davon und das Feedback das ich erhielt, half mir mich zu verbessern und weiter zu machen.

Nach meinem Abitur stellte sich mir dann die Frage: Studium, Auslandsjahr oder das eigene Unternehmen führen?

Ich selbst wollte das eigene Unternehmen groß machen, aber wenn man noch zu Hause wohnt, hat man ja auch Eltern die mitreden und die meinen, dass ein Studium eventuell besser sein könnte.
 

Um ihnen und auch mir selbst zu beweisen, dass ich kein Problem mit einer Uni oder Hochschule hätte, bewarb ich mich an der Code University in Berlin. Knapp 2000 Bewerber und 89 Studenten hatten die Chance auf ein Studium dort.
Dort hineinzukommen war ein kleiner Ansporn für mich und so bewarb ich mich, nahm am Assessment Day teil und wurde ausgewählt dort zu studieren.

Eine schöne Sache wie ich finde, aber ich lehnte ab und entschied mich für mein Startup Skills4School. Warum?
 

Ich bin der Meinung, dass wir mit unserem Produkt, ein perfektes Time to Market erwischt haben und das es in 2-3 Jahren zu spät dafür wäre. 

Das Risiko bin ich gerne bereit einzugehen und es durchzuziehen. Für mich mit eine der besten Entscheidungen die ich bis jetzt getroffen habe. Ich hoffe ich kann in 10 Jahren immer noch das gleich sagen, bin da aber sehr guter Dinge!

Ein Studium (lateinisch studere [nach etwas] streben, sich [um etwas] bemühen)  ist an sich auch etwas sehr wichtiges und ich denke ohne Studium im begrifflichen Sinne kommen wir auch nicht weit. Ich beschäftige mich täglich mit neuem Wissen und versuche mir genauso autodidaktisch Wissen zu vermitteln, wie ich es auch in der Uni lernen müsste.
Ich lerne jedoch nicht auf eine Klausur hin, die mich doch eh nicht voran bringt und nur mein Leistungslevel im auswendiglernen abfragt.


Ich beschäftige mich mit den Prozessen die mir in der alltäglichen Arbeit begegnen. Sei es mit unserer Notarin oder dem Steuerberater, mit dem Investor oder mit Schulen und Lehrern.
Würde ich mein jetziges arbeiten und tuen in einem Studiengang beschreiben wäre es vermutlich BWL mit Bildungswissenschaften und Digitalisierung kombiniert. 

Mir ist bewusst, dass ich nicht der erste bin, der das feststellt, aber ich finde es trotzdem erstaunlich wie viele Studenten es gibt, die einfach nur für eine Klausur lernen, dann die Klausur schreiben und anschließend das meiste wieder vergessen. Sind wir wirklich nicht in der Lage ein besseres Bewertungssystem einzuführen als Klausuren und theoretische Tests? 


 

Wir sollten uns schon längst damit beschäftigen (was ja zum Glück schon einige Leute machen, aber immer noch zu wenig), denn Bildung wird immer wichtiger werden und gerade in Zeiten der Digitalisierung von Prozessen die eine massive Auswirkung auf unsere Arbeitswelt haben, hat Bildung einen immer höheren Stellenwert und wir werden uns in Zukunft noch mehr über unsere Bildung definieren, als es schon jetzt der Fall ist.

Keine Lust zu lesen? Kein Problem!